Spagyrik (aus dem Griechischen spao „(heraus)ziehen, trennen“ und ageiro „vereinigen, zusammenführen“) war ursprünglich bei Paracelsus[1] der wichtigste Grundsatz alchemistischer Arzneibereitung, seit dem 18. Jahrhundert gleichbedeutend mit Alchemie. Im Wesentlichen soll hierbei durch das Trennen und Wiedervereinigen von Wirkprinzipien einer Droge eine Wirkungssteigerung erzielt werden. Es werden pflanzliche, mineralische und tierische Ausgangssubstanzen nach alchemistischer Verfahrensweise zu Spagyrika (Einzahl: Spagyrikum) verarbeitet. Ein wichtiges Verfahren ist die Destillation, die außer in ihrer einfachen Form auch als Zirkulation (Rückflussdestillation) oder als Kohobation (Mehrfachdestillation) angewendet wird. Voran geht in der Regel ein Aufschluss der Materie – etwa durch Mazeration, auch unter Wärme (Digestion) – der bei biogenen Ausgangsstoffen oft von Fäulnis oder Gärung begleitet abläuft. Ein ebenfalls namhafter Prozess ist die Kalzinierung, worunter die Trocknung und Veraschung des Destillationsrückstands verstanden wird. Die Verfahrensschritte konzentrieren sich in der alchemistischen Weltanschauung auf die Abtrennung des „Wesentlichen“ von seiner stofflichen Erscheinung. Am Schluss steht die Zusammenführung der Zwischenstufen („Konjugation“) zur „Quintessenz“, der besondere Heilkräfte zugeschrieben werden.

Ein arabisches Sprichwort sagt: "Der Weise braucht nicht krank gewesen zu sein, um den Wert der Gesundheit zu erkennen." Die Spagyrik ist ein bedeutender Bestandteil unter den natürlichen Heilmitteln. Ebenso wie die Phytotherapie, die Homöopathie, die Bachblüten, die Schüssler-Salze und die Spurenelemente vereint die Spagyrik nach Dr. Zimpel Potentiale all dieser Therapien, stellt aber vor allem ein in sich geschlossenes System dar, das sich an der Suche nach der tief liegenden Ursache von Krankheiten orientiert.

Im Mittelpunkt dieses therapeutischen Systems stehen die aus Pflanzen gewonnenen spagyrischen Essenzen. Diese erhalten im Laufe des Herstellungsprozesses ein grosses energetisches Potential. Für den Anwender der Spagyrik ist die Pflanze nicht nur die Quelle mannigfaltiger Inhaltsstoffe, aus denen pflanzliche Arzneimittel gewonnen werden können, sondern besitzt auch eine verborgene therapeutische Kraft, die im Innern der Pflanze ruht. Durch einen komplexen, aus der Alchemie hervorgegangenen Prozess kann diese Kraft enthüllt und zur Entfaltung gebracht werden. Die Arzneimittelherstellung und Therapie nach den weltanschaulichen und praktischen Regeln der Alchemie geht auf Theophrastus von Hohenheim (1493–1541), genannt Paracelsus[1] zurück, von dem der Begriff überliefert ist: „Darumb so lern alchimiam die sonst spagyria heisst, die lehret das falsch scheiden von dem gerechten

Quellen:
Helmut Gebelein: Alchemie. Sonderausgabe. Hugendubel, Kreuzlingen u. a. 2000, ISBN 3-89631-402-5, (Diederichs Gelbe Reihe, Europa 165).

Colin Goldner: Psycho. Therapien zwischen Seriosität und Scharlatanerie. Pattloch, Augsburg 1999, ISBN 978-3-629-00816-9.
sueddeutsche.de: Colin Goldner: Jenseits der Schulmedizin – Teil 13: Spagyrik/Clustermedizin, 10. Juni 2007.
Axel Helmstädter: Spagyrische Arzneimittel. In: Wolf-Dieter Müller-Jahnke, Jürgen Reichling (Hrsg.): Arzneimittel der Besonderen Therapierichtungen. Historische Grundlagen und heutige Anwendung. Haug Verlag, Heidelberg, 1996, ISBN 3-7760-1532-2, (Erfahrungsheilkunde, Naturheilverfahren).
Vojtech Mornstein in Skeptical Inquirer 11. Januar 2002 (Memento vom 13. Februar 2008 im Internet Archive).
Wolfgang Schneider (Hrsg.): Wörterbuch der Pharmazie. Band 4. Geschichte der Pharmazie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1985, ISBN 3-8047-0688-6.
Stiftung Warentest (Hrsg.): Die Andere Medizin. Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden. In Zusammenarbeit mit Krista Federspiel und Vera Herbst. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage.
Stiftung Warentest, Berlin 1996, ISBN 3-924286-96-5, (Ein Buch von Test), (Handbuch Die andere Medizin).

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